Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Lüneburg schlägt angesichts der von US-Präsident Trump angekündigten Strafzölle Alarm. Die MIT sieht erhebliche Gefahren für den Industriestandort Niedersachsen, insbesondere für exportstarke Branchen wie die Automobilindustrie, Maschinenbau und chemische Industrie. Der neue Zolltarif der USA sieht pauschale Einfuhrzölle von 20 Prozent auf EU-Waren vor – für deutsche Exporteure ein harter Schlag.
„Unsere Region lebt vom Export – sei es durch Zulieferer der Automobilindustrie oder den Maschinenbau. Wenn nun auf Fahrzeuge und Autoteile Zölle von bis zu 25 Prozent erhoben werden, gefährdet das Arbeitsplätze auch hier bei uns in Lüneburg“, warnt Patrick Pietruck, Kreisvorsitzender der MIT Lüneburg. „Das sind keine abstrakten Zahlen aus Washington – das ist eine direkte Bedrohung für unsere mittelständischen Betriebe und ihre Beschäftigten.“
Die MIT Lüneburg fordert von der Bundesregierung und der EU, mit Nachdruck auf Deeskalation und wirtschaftsdiplomatische Lösungen zu setzen. Dabei sei klar: Die EU muss WTO-konform vorgehen, aber gleichzeitig geschlossen und entschlossen reagieren, um dem transatlantischen Partner deutlich zu machen, dass einseitige Zölle langfristig beiden Seiten schaden.
Zudem müsse die europäische Handelspolitik strategisch neu ausgerichtet werden: „Wir fordern die Beschleunigung der Verhandlungen über Freihandelsabkommen mit dynamischen Wirtschaftsregionen in Asien und Südamerika. Gleichzeitig müssen bestehende Partnerschaften mit Demokratien wie Kanada, Australien und Südkorea gestärkt und ausgebaut werden“, erklärt Pietruck.
Gleichzeitig müsse Deutschland als Exportstandort gestärkt werden. Die MIT Lüneburg fordert daher den zügigen Abbau von Bürokratie, eine konsequente Entlastung exportorientierter Unternehmen sowie steuerlich im Vergleich mit anderen Ländern wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, die Investitionen in Forschung, Entwicklung und Produktion am Standort Deutschland fördern. „Jetzt ist die Zeit, die wirtschaftspolitischen Bremsen zu lösen – sonst bleiben wir im globalen Wettbewerb auf der Strecke“, so Pietruck weiter.
Gerade in Krisenzeiten sei eine solide Wirtschaftspolitik das beste Mittel gegen Arbeitsplatzverluste und Wohlstandsverlust. „Wir setzen uns dafür ein, dass unsere Unternehmen nicht die Zeche für ideologische Außenpolitik oder mangelhafte wirtschaftliche Voraussicht zahlen“, betont Pietruck.
Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) ist mit rund 25.000 Mitgliedern der größte parteipolitische Wirtschaftsverband in Deutschland und setzt sich für die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft und wirtschaftliche Vernunft in der Politik ein. Der MIT-Kreisverband Lüneburg ist mit über 100 Mitgliedern der größte Verband in Nordost-Niedersachsen und vereint Geschäftsführer und leitende Angestellte regionaler Unternehmen.