„Wir brauchen qualifizierte Busfahrer und einen zuverlässigen Nahverkehr. Dafür sollte Moin mit regionalen Fahrschulen kooperieren. Wenn ein kreiseigenes Unternehmen deren Leistungen selbst übernimmt, entzieht es privaten Betrieben mögliche Aufträge und Einnahmen. Das schwächt den Mittelstand“, erklärt Patrick Pietruck, Kreisvorsitzender der MIT Lüneburg.
Die Beschlussvorlage veranschlagt jährlich 66.085 Euro für eigene Ausbildungs- und Schulungsleistungen gegenüber 88.400 Euro bei externer Beauftragung. Gleichzeitig nennt sie rund 75.000 Euro jährliche Personalkosten für einen neuen Fahrlehrer. Wie diese in die Vergleichsrechnung einfließen, bleibt offen. Kosten für Kraftstoff, Wartung, Versicherung, Busnutzung und Räume werden nicht gesondert ausgewiesen. Hinzu kommen zunächst rund 15.000 Euro für den Busumbau.
„Schon die Personalkosten liegen über den ausgewiesenen eigenen Ausbildungskosten. Deshalb bezweifle ich, dass die eigene Fahrschule tatsächlich günstiger ist. Wir brauchen eine vollständige Rechnung und einen Vergleich mit konkreten Kooperationsangeboten“, fordert Pietruck.
Kalkuliert wird mit fünf Führerscheinausbildungen pro Jahr. Wie sich weniger oder mehr Teilnehmer auf die Wirtschaftlichkeit auswirken, zeigt die Vorlage nicht. Ebenso fehlt eine erkennbare Vertretungsplanung für Krankheit oder Urlaub des einzigen vorgesehenen Fahrlehrers.
Regionale private Anbieter bieten bereits Busführerscheinausbildungen und Weiterbildungen an. Mit ihnen könnten auch Schulungen auf den eigenen Fahrzeugen und zu betrieblichen Anforderungen vereinbart werden.
„Fahrgastservice, energiesparendes Fahren und der sorgfältige Umgang mit den Bussen sind wichtig. Dafür braucht es nicht zwingend eine eigene Fahrschule. Moin kann betriebliche Einweisungen selbst übernehmen und weitere Inhalte mit privaten Partnern entwickeln. Kooperation sollte Vorrang haben“, so Pietruck.
