Die angekündigte Schließung des Yanfeng-Werks an der Lüner Rennbahn ist ein weiterer schwerer Schlag für den Industriestandort Lüneburg. „Nach dem Ende des Eisenwerks und der Verlagerung bei Jungheinrich verlieren wir nun auch bei Yanfeng hunderte Arbeitsplätze – das ist mehr als ein Einzelfall, das ist ein alarmierender Trend“, erklärt Patrick Pietruck, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Lüneburg.
Die MIT sieht mit großer Sorge, dass Lüneburg zunehmend industrielle Substanz verliert. „Wenn dieser Trend anhält, droht unserer Region eine wirtschaftliche Erosion. Wir brauchen dringend eine Rückbesinnung auf die wirtschaftliche Stärke als Grundlage für Wohlstand, Beschäftigung und soziale Sicherheit“, so Pietruck.
Politik muss Wirtschaft wieder ernst nehmen
Die MIT fordert, dass auch vor Ort endlich wieder aktiv Wirtschaftspolitik gestaltet wird. Dazu gehören zügigere Genehmigungsprozesse – etwa bei Bau- und Gewerbeanträgen –, eine stärkere Relevanz wirtschaftlicher Belange in der Verwaltung sowie eine professionell geführte Ansiedlungspolitik. Auch die zügige Umsetzung der A39 ist aus Sicht der MIT von zentraler Bedeutung für die Anbindung und Attraktivität des Standorts Lüneburg. „Wer Wirtschaft nur mitläuft, braucht sich nicht wundern, wenn die Arbeitsplätze gehen“, mahnt Pietruck.
Gleichzeitig richtet die MIT deutliche Erwartungen an die Landes- und Bundespolitik: weniger Bürokratie, wettbewerbsfähige Unternehmenssteuern und spürbar niedrigere Energiepreise für alle Unternehmen und nicht nur für Großunternehmen. „Die Rahmenbedingungen für den Mittelstand müssen endlich wieder stimmen – sonst wandert nicht nur Produktion ab, sondern die Zukunft ganzer Regionen“, so Pietruck weiter.